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Viele der Plagen im Riffbecken lassen sich bei regelmäßiger Kontrolle und sorgfältiger Beobachtung schon im Frühstadium erkennen und bekämpfen. Doch nicht immer sind es die Schädlinge im eigentlichen Sinne die zur Plage werden. Auch Krustenanemonen können sehr lästig werden, wenn sie sich mit Ihrer schnellen Vermehrung ausbreiten und in Steinkorallenkolonien wachsen und diese schädigen. Das Aquarium ist ein künstliches Biotop und man möchte den Überlebenskampf der Natur ständig sattfindet im Becken nicht haben. Er findet zwar dennoch statt aber wenn im Riff quadratmetergroße Felder einer einzigen Art wachsen ist das dort nicht störend weil der Platz ja da ist. Und  Fressfeinde oder Umwelteinflüsse welche die weitere Ausbreitung eindämmen haben wir im Riffbecken natürlich auch nicht. Selbst in der Natur können einige Arten komplette Ökosysteme bedrohen wie z.B Caulerpa taxofolia im Mittelmeer. Diese Alge wurde ins Mittelmeer eingebracht. (Wahrscheinlich sogar durch das weltbekannte Aquarium in Monaco.) Da natürliche Freßfeinde fehlen verbreitet sich diese Algenart rasant und zerstört dabei die Seegraswiesen was natürlich zu weiteren Veränderungen führt.

Für unser Riffbecken gilt ähnliches und wir müssen rechtzeitig eingreifen um die Dominanz einzelner Arten zu Verhindern. Jeder neu ins Becken gebrachte Stein, jede neue Koralle sollte sorgfältig kontrolliert werden. (z.B auf Krabben, unbekannte Schnecken, Fangeschreckenkrebse und vieles mehr) Das fordert natürlich eine gewisse Kenntnis welche Tiere im Becken unerwünscht sind.

Glasrosen

können im Riffbecken zur Plage werden da sie sich sehr schnell vermehren können und alles überwuchern. Sie lieben belastetes Wasser. Bei sauberem Wasser mit einem ausgewogenen Besatz vermehren sie sich bei weitem nicht so schnell. Bei mir stehen seit Monaten 2 Glasrosen in einer Ecke sind richtig groß geworden vermehren sich aber nicht.

Bekämpfung /Vermeidung

  1. optimale Wasserbedingungen zur Vermeidung der rasanten Vermehrung
  2. Pinzettfisch Chelmon rostratum. einige Exemplare sollen Glasrosen fressen, leider machen das nicht einmal 50 % der Tiere, sie können auch andere Wirbellose schädigen, zudem ist der Chelmon schwer einzugewöhnen
  3. Glasrosengarnele: (Lysmata wurdemanni) es gilt das gleich wie beim Pinzettfisch, man kann jedoch mehrere Exemplare einsetzen und Glück damit haben, Garnelen gehören sowieso in jedes Becken. Beobschtungen zeigen, dass die Garnelen die Glasrosen eher fressen wenn sie nicht genügend andere Nahrung finden. Leider lebt diese Art sehr versteckt und ist nicht so schön gefärbt wie die anderen Arten
  4. mechanische Bekämpfung: man sollte sich hüten die Glasrosen im Becken zu zerdrücken da sich aus den Resten wieder neue Glasrosen bilden, wenn man die Steine rausnehmen kann ist ein abbürsten mit einer Zahnbürste möglich (danach gut spülen), man kann auch Säure in die Glasrose spritzen was sich als recht schwierig herausstellt da sich die Glasrosen bei Berührung zurückziehen und man dann oft schwer an diese herankommt. Eine gute Möglichkeit ist es, einen Breis aus Wasser und Calziumhydroxid zu machen, diesen kurz in die Mikrowelle stellen und dann auf die Glasrose spritzen. Diese zieht sich bei Kontakt natürlich zurück und wird aber von mir mit dem Brei komplett abgedeckt. Der hohe PH Wert des Breis verätzt die Glasrose. Bei massiven Befall ist das natürlich sehr aufwendig.
  5. Bergia verucosa: Es gibt seit kurzem einen weiteren bekannten Glasrosenfresser. Eine Berghia Schnecke.
  6. C. kleini: noch ein Falterfisch, frißt bei mir sehr zuverlässig alle Glasrosen weg, allerdings geht er auch an andere Korallen, ich halte ihn daher jetzt in einem Weichkorallenbecken und bei Bedarf setzte ich die Glasrosenbewachsenen Steine in dieses Becken

 


Feueranemonen (cf. majano)

Bekämpfung /Vermeidung

Diese kleine an sich hübsche Anemone vermehrt sich sehr stark und überwuchert fast alles, Fressfeinde sind bisher nicht bekannt und wenn gehen sie sicherlich auch an andere Korallen und Wirbellose, einzige Möglichkeit beim ersten Aufkommen Steine herausnehmen und abbürsten, oder wenn das nicht geht mit dem Calziumhydroxidbrei (siehe oben) abtöten. Allerdings gibt es wohl auch hier einige Falterfische die sich an den Feueranemonen vergreifen.


Planarien:

Bekämpfung /Vermeidung

Diese Plattwürmer z.B die roten Planarien können sich explosiv vermehren und sondern bei Ihrem absterben möglicherweise giftige Stoffe ab. Sie schädigen keine Wirbellosen Tiere jedoch stellt ihre Massenvermehrung ein Problem dar, natürlich Fressfeinde sollen betimmte Mandarinfischarten sein (z.B S. occelatus) jedoch können diese eine Massenbefall nicht stoppen. Daher so viel wie möglich Planarien absaugen und den Rest mit Conclurat L bekämpfen. Diese Antibiotikum ist leider rezeptpflichtig. Anwendung im Riffbecken soweit mir bekannt ohne Probleme, alle Planarien werden getötet. keine Schädigung anderer Organismen, Nach einer Woche die Behandlung wiederholen um die zu letzt geschlüpften Planarien zu töten, Nach Abschluss der Bekämpfung mit Aktivkohle die Reste aus dem Wasser entfernen. Es häuften sich in letzter zeit Berichte wonach die Behandlung nicht in allen Fällen so problemlos verlief wie bei mir. Eine bessere Möglichkeit, (selbst getestet) ist H. marginatus dieser frißt diese Planarien und ist damit sehr gut als Vorbeugung einzusetzen.


Tubellarien

Bekämpfung /Vermeidung

kleine weiße Plattwürmer die insbesondere Acropora Kolonien befallen, Korallen erden von unten befallen daher anfangs schwer zu erkennen. Die Korallen verlieren ihr Farbe und sehen fleckig aus (Mamoriert) die Tubellarien sitzen an der Unterseite oder zwischen den Astgabelungen der Korallen. Die Eigelege haben eine rötlich Färbung. natürliche Fressfeinde ist der Sechsstreifenlippfisch (P. hexataenia) Bei massiven Befall empfiehlt sich jedoch die Behandlung der Korallen mit Betaisadonna Lösung (PVD Jod). 2-4 ml auf 1 ltr Wasser geben (Behandlung AUßERHALB des Riffbeckens im separaten Behälter) die Korallen in diese Lösung setzen 3-5 min warten und die Koralle dann in dem Wasser schütteln. Jetzt fallen die Tubellarien aus der Koralle, anschließend die Gelege abbürsten und nach einer Woche noch mal kontrollieren


  

 

 

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